Im Interview mit Alex Tesch

Wir sprechen mit Alex über Competitions, surfen im Mittelmeerraum und darüber wie er vom waschechten Bayer zu einem der besten deutschen Surfer wurde.

Alexander „Technik“ Tesch ist wohl jedem in der deutschen Surfszene ein Begriff. Der ehemalige deutsche Meister ist für sein technisches Surfen und für seinen laserscharfen Fokus bekannt. Auch wenn der waschechte Bayer sich nicht mehr nur noch auf das Surfen konzentriert, ist er immer noch einer der besten Surfer „Made in Germany“. Wir haben uns mit Alex unterhalten und ihn ein wenig ausgequetscht, was er momentan so treibt.

Hey Alex, wie war dein Jahr bisher und wo in der Weltgeschichte hast du dich herumgetrieben?

ich verbringe aufgrund meines Studium momentan sehr viel Zeit des Jahres in Split. Ich habe das Glück, dass hier weitestgehend das Studium normal durchgeführt wird. Ich hatte sogar Glück und konnte an einigen Tagen die kroatische Adria surfen – verrückt, aber es gibt echt ein paar gute Spots, leider hapert es an der Consistency. Deswegen habe ich den Sommer an der französischen Atlantikküste verbracht. 

Deine Heimat Bayern ist eher für die Berge als für die Nähe zum Meer bekannt, wie kommt es, dass du dennoch von klein auf so viel Zeit dort verbracht hast und schon als Kind zum Surfen gekommen bist?

Wir haben unsere Urlaube meistens am Mittelmeer verbracht, da mein Papa windsurft und meine Mama Frankreich liebt. Mir war das mit dem ganzen Material aber too much und ich habe sein Windsurfboard damals zum richtigen Surfen entwendet hahaha. Im Vergleich zu Norddeutschen, bin ich aber definitiv weniger ins Wasser gekommen. Ihr habt echt ziemlich gute Wellen da oben, aber jetzt hoffe ich auf den Wavegarden in München.

Surflehrer Jobs in Frankreich und ein Studium in Nordsee Nähe. Scheint so als hättest du immer versucht dein Leben so auszurichten, um möglichst viel Zeit am Meer zu verbringen. Woher kam da die Entscheidung in Kroatien zu studieren?

Es ist bis ins schöne Oberbayern durchgedrungen, dass Dänemark gute Wellen hat, da fiel die Entscheidung im Norden zu studieren leicht, wobei das damals eher die Plan B Lösung zur Berufswahl war. Ich habe mir ursprünglich ein Medizinstudium im Ausland nicht zugetraut - nicht der schlaueste und nicht gerade ein super Abi hahaha. Man sollte allerdings bezüglich seiner Berufsentscheidung niemals Plan B wählen. Jetzt bin ich immerhin noch am Meer und sobald der Jugo blähst gibt es auch hier einige Spots. Das Medizinstudium läuft und am Wochenende gibt es gegrillten Fisch und Gemischt – hör dir dazu mal „Haze kleiner Vato“ an.

Aus dem Mittelmeerraum kommen immer wieder Aufnahmen von Wellen, die locker mit denen im Atlantik mithalten können. Wie sieht es mit dem Potential deiner aktuellen Wahlheimat aus?

Ich glaube Westitalien hat auf jeden Fall mehr Potential. Auf der kroatischen Seite gibt es einige Spots, man muss das aber sehr gut timen und leider ist man zu 100% vom Südwind abhängig. Aber auf manchen Inseln gibt es dann überraschend gute und sogar lange Wellen. Ich denke der bekannteste Spot ist Medulin in Südistrien.

Früher wurdest du oft als Contest-Maschine bezeichnet und du bist einer der wenigen deutschen Meister, der wirklich aus Deutschland kommt. Woher kommt dieser competetive drive?

Ja das war damals echt überraschend, soweit ich weiß war ich der erste nach über 10 Jahren, seitdem ist es auch keinem mehr gelungen. Für mich persönlich war es auch echt gut nach einer Schulteroperation und Reha. Natürlich ist es mittlerweile nochmal schwieriger geworden, da surfen olympisch und der DWV sehr viel professioneller organisiert ist.

Ich mag es mich sportlich zu messen, man setzt sich Stresssituationen aus und muss abliefern können. Mir ist es aber dabei wichtiger, dass ich es schaffe wenigstens so ähnlich wie im freesurfen zu performen, anstatt zu gewinnen und man lernt dabei noch eine gesunde Selbstkritik.

Bist du in allen Dingen so zielstrebig oder ist das nur beim Surfen so?

Freunde würden mich wahrscheinlich schon als zielstrebig beschreiben.Ich würde sagen, dass mich surfen in diesem Zusammenhang schon sehr geprägt hat. Man sieht sich selbst zum ersten Mal auf Video und das ist normalerweise furchtbar. Für mich ist das bestimmt 18 Jahre her, seitdem habe ich ein Surflevel vor Augen, das ich noch erreichen will. Ich habe das sicherlich auf meine anderen Lebensbereiche übertragen, Surfen prägt einen Charakter dann schon sehr stark.

Bevor wir dich gehen lassen, erzähl uns doch noch schnell, was du für den Rest des Jahres geplant hast und wo wir dich im Wasser erwischen können!

Momentan bin ich in Südafrika und je nachdem, was die aktuelle Situation zulässt, geht es dann weiter – Pure Surfcamps ist immer eine gute Adresse!

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