Industry Talk: Im Gespräch mit den Machern von Magicseaweed

Wir schauen hinter die Kulissen des Forecast Giganten Magicseaweed!

Wir lieben es hinter die Kulissen unserer Surf & Outdoor-Industrie zu schauen. Wie funktioniert die, wer steckt dahinter, wie haben sie es geschaft, so groß zu werden, etc. Dieses Mal schauen wir Ben Freeston, dem Gründer von der beliebten Swell-Forecastseite magicseaweed.com auf die Finger.

Interview & Fotos: Lars Jacobsen 

Hi Ben, bevor du magicseaweed.com gegründet hast, wie oft bist du an der Küste angekommen und dachtest, „Verdammt, ich dachte die Wellen sind besser?“  

Ich habe einige Zeit auf der Straße verschwendet, obwohl ich Grundsätzlich recht anspruchslos bin, was Wellen angeht. Ich hatte aber schnell festgestellt, dass es einen cleveren Weg geben muss, um dieses teils sinnlose umhergefahre zu vermeiden.

 

Wie kamst du auf die Idee eine Wellenvorhersage Website aufzustellen?

Die Idee war ursprünglich mir selbst eine Software zu bauen, die mir sagt, wann es sich lohnt zum Strand zu fahren. Es war anfangs gar nicht der Plan, eine Seite für die Öffentlichkeit zu bauen. Als ich merkte, dass die Seite einigermaßen nützlich war, stellte ich sie online und lud ein paar Freunde ein, sie ebenfalls zu nutzen. Von da an wurde die Seite schnell bekannt und es verselbstständigte sich alles.

 

Was war damals der allererste Schritt, der am Ende zu Magicseaweed führte?

Der allererste Schritt war, dass ich selbst herausfinden musste, wie die Physik der Wellen funktionierte. Damals gab es zu dem Thema noch nicht viel im Internet. Es war eine sehr intensive Recherche. Die Wissenschafts-Abteilung begannen gerade erst ihr Wissen im Netz zu teilen. Irgendwann fand ich heraus, das ein paar sehr schlaue Menschen die Daten zusammengetragen hatten, die wir als Surfer brauchen, um Wellen zu verstehen und ihr Erscheinen vorhersehen zu können. Jedoch hatte niemand diese Daten so aufbereitet, dass wir Surfer damit etwas hätten anfangen können.

 

Was war der größte Schritt in die machen musstet um dahin zukommen, wo ihr jetzt seid?

Es waren viele kleine Schritte. Der Größte war aber sicher den sicheren Job zu kündigen um einen Forecast zu generieren was keiner zuvor gemacht hat.Als wir mit der Seite angefangen haben gab es nichts von der ganzen Technologie, auf die wir heute zurückgreifen können. Jeder kleine Schritt, den wir gemacht haben, war ultimativ wichtig für den Nächsten. So ist es heute auch noch. Seit 15 Jahren tüfteln wir daran rum und jeder kleine Schritt führt zu einem großen Ganzen.

 

Eine erfolgreiche IT Firma zu gründen bedeutet eine Menge Zeit vor dem Computer zu verbringen. Ist es nicht pure Folter zu wissen, dass es überall Spots gibt, die „on Fire“ sind, während man selber HTML machen muss?

Es kann schon mal Folter sein aber die Firma wurde ja mit der Vision gegründet selber so oft auf´s Wasser zu kommen wie möglich. Das Büro ist daher halb Neo halb Surfboard-Rack und wir sind relativ regelmäßig am Surfen. Und trotzdem gefällt mir das Arbeiten an der Seite. Daher passt das Verhältnis zwischen Arbeit und Surfen ziemlich perfekt.

 

Erzähl uns bitte die Geschichte, wie ihr auf den Namen Magicseaweed kamt.

Ich war einmal in Nias, Indonesien und ein lokaler Fischer erzählte mir, dass die Wellen die nächsten Tage groß sein werden, da man Vollmond erwartet. Es klang für mich irgendwie plausibel, besonders da man auch heute noch viele Surfer in Indo es sagen hört. Es ist aber ein wahrer Mythos*. Da könnte man genauso Seegrass aufhängen und behaupten, dass man daran erkennen kann, wie das Wetter in den nächsten Tagen werden wird. Unsere Version ist, eine Alternative zu diesen eher zweifelhaften Wellen- und Wettervorhersagen zu sein. Daher haben wir diesen Namen gewählt.

*Natürlich beeinflusst der Mond die Gezeiten welche wiederrum direkten Einfluss auf die Wellen haben, die wiederrum den Fischer beeinflussen, daher ist es verständlich, dass Fischer so etwas sagen. Für uns Surfer ist es aber quatsch.

 

 Wie viele Leute arbeiten für Magicseaweed?

Ungefähr zwanzig Leute in vier Länder.

 

Neben dem Forecast findet man auf eurer Seite auch eine Content-page, mit den neusten Surfvideos, News und Gossip aus unserer Surfwelt. Was bedeutet für euch mehr Arbeit, die Erstellung von Content oder die des Forecasts?

Der Forecast und die Inhalte haben bei uns den gleichen Stellenwert. Wir versuchen einfach auf allen Bereichen die besten zu sein. Somit stecken wir auch in Beides gleich viel Arbeit rein. Für uns sind eh beide Bereiche Teil eines gemeinsamen, großen Bildes. Geschichten über das Surfen erzählen. Wir können dir erzählen, wo du hin musst und dir auch erzählen, was du verpasst hast.

 

Wie sieht ein klassischer Alltag bei dir im Büro aus?

Surfen gehen, frühstücken, arbeiten, Ping Pong, arbeiten und dann zum Abschluss nochmals surfen gehen, falls Wetter und Wellen passen.

 

Ich bin mir sicher, dass ihr auch ab und zu mal etwas zornigere Mails bekommt, wenn der Forecast mal nicht so war, wie vorhergesagt, oder?

Auf jeden Fall. Manche Leute verstehen nicht, wie komplex dieses gesamte Thema ist. Da passiert es schon ab und zu, dass wir via Mail angeschrien und beschimpft werden. Wir ziehen uns natürlich nachvollziehbare Kritik raus, doch ab und zu muss man auch schon mal laut lachen. Besonders wenn sich die Leute beschweren, dass sie vier Stunden die Küste abgefahren sind, obwohl der Forecast fünf bis sechs Fuß mit Null Sternen und 40 km/h Onshore angesagt hat und sie keine surfbaren Wellen gefunden haben.

 

Könnte man sich bei euch für einen Job bewerben?

Absolut! Klickt ab und an auf unsere Seite. Dort schreiben wir neue Jobs immer als erstes aus. Wir sind ein internationales Team und wir suchen immer wieder nach talentierten Leuten mit Programmierfähigkeiten und einem wissenschaftlichen Background in Sachen Ozean sowie Leidenschaft beim Surfen selbst!

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