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Surfen in der Hauptstadt - SURF ERA macht es möglich.

Wir können den Wavepool in unmittelbarer Nähe von Berlin kaum erwarten. Den Stand der Dinge, Wann es so weit ist und was das Team von SURF ERA bisher auf sich nehmen musste, erfahrt ihr in diesem Interview mit Gründer Eirik.

Hey Eirik Ihr seid mit SURF ERA drauf und dran, einen Wavepool nach Deutschland zu bringen. Woher kommt die Idee und wer ist alles an dem Projekt beteiligt?

SURF ERA war ursprünglich mal meine kleine Custom Surfboard- und Finnenschmiede. 2015 habe ich im Rahmen meines BWL-Studiums angefangen, mich aus Interesse mit den Marktzahlen und der Marktentwicklung von Wellenreiten zu beschäftigen. Dabei bin ich auf das Phänomen gestoßen, dass Wellenreiten im letzten Jahrzehnt international aber vorallem in Deutschland ein enormes Wachstum verzeichnet hat. Mittlerweile gibt es hier 15-mal mehr Surfer, als noch vor einigen Jahren. Ich habe mich dann weiter mit dem Thema beschäftigt und das Ganze eine Weile lang beobachtet, wobei das Potenzial eines Surfparks offebsichtlich war. 2016 kam dann der neue Prototyp „Cove“ von Wavegarden, welcher für mich die erste ernst zu nehmende Technologie, für die Umsetzung der Surfparkidee war. Sofort habe ich mich nach Leuten umgeschaut, die Kompetenzen haben, welche mir als BWLer und Sportwissenschaftler fehlten. Ich hatte sofort meinen langjährigen Freund Marvin im Sinn, denn nach unserer gemeinsamen Schulzeit hat Marvin den Weg der Ingenieurswissenschaften eingeschlagen. Es ist mir gelungen ihn von der Idee zu überzeugen und er ist in das Gründungsteam von eingestiegen. Gemeinsam haben wir uns angeschaut, wie andere das Thema Wavepool angehen und was wir gegebenenfalls anders machen können, wollen, oder sogar sollten. Daraus haben sich im weiteren Verlauf unsere Alleinstellungsmerkmale entwickelt. Relativ schnell ist uns aufgefallen, dass wir uns da ganz schön viel vorgenommen haben, weshalb wir uns dann auf die Suche nach starken strategischen Partnern gemacht haben, die uns auf unserem Weg begleiten. Heute sind wir super stolz darauf, dass wir in den einzelnen Bereichen mit rennomierten Architektur- und Ingenieurbüros zusammenarbeiten.

 

  • Modularer Gebaudekomplex – Grimshaw Architects
  • Dachkonstruktion – Schlaich Bergerman Partner
  • Energiemanagementsystem – EGS-Plan

 

Gemeinsam haben wir einen generalisierten Masterplan entwickelt, der neben Surfen auch noch, Sportstätten, Shops sowie Cafés und Bars anbietet. Zu guter Letzt kam für den bevorzugten Standort in Fürstenwalde/Spree noch eine Wasserfreizeitpark hinzu – quasi ein rundum Paket für die ganze Familie und für jedermann. Ehrlich gesagt hat uns der letzte Entwicklungschritt anfänglich ein wenig Bauchschmerzen bereitet, weil dieser Spagat zwischen den zwei sehr unterschiedlichen Welten (Surfpark & Wasserfreizeitpark) schwierig vorstellbar war. Ich glaube aber, dass wir etwas konzipiert haben, dass die DNA des Wellenreitens in allen Bereichen in sich trägt und somit vielen Menschen Sport, Spaß und Freude bereitet wird.

 

Es gibt immer mehr Wavepool Projekte und in den nächsten Jahren werden sicher viele neue Surfparks eröffnen. Wie grenzt man sich da von der Konkurrenz ab, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen?

 

In unserem Fall durch unsere drei Alleinstelungsmerkmale.

 

  1. Energiemanagementsystem

Am wichtigsten ist es uns, die Naturverbundenheit des Wellenreitens zu erhalten und unseren Surfpark nicht einfach „in die Steckdose zu stecken“. Daher möchten wir den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich halten. Wir schaffen mit unserem Energiemanagementsystem eine Infrastruktur, mit der wir den notwendigen Strom für die Wellentechnologie sowie für das Beheizen von Wassers und Luft zu 100 % produzieren und speichern können – Photovolataikanlagen und Batteriespeicher spielen hierbei eine wichtige Rolle.

 

  1. Dachkonstruktion

Es ist uns super wichtig, dass der Wavepool später 365 Tage für Alle im Jahr geöffnet sein kann. Abgehärtete Kaltwassersurfer stört es nicht sich 5mm Neo, Haube, Booties und Handschuhe anzuziehen, damit aber auch bspw. „Tante Erna“ Spaß an ihrem Anfängersurfkurs hat, brauchen wir moderatere Temperaturen. Es war also von Anfang an klar, dass ein Dach her muss. Damit aber auch hier das Naturfeeling nicht verloren geht, muss das Dach, wie eine Cabriolet zwei Kriterien erfüllen. Zum einen muss man es einfahren können, damit in den Sommermonaten unter freiem Himmel gesurft werden kann und zum anderen soll es dem Park im Winter eine thermische Hülle verpassen, sodass man selbst wenn draußen Minusgrade herrschen bei angenehmen Temperaturen surfen kann.

 

  1. Modularer Gebäudekomlex

Das dritte Alleinstellungsmerkmal soll uns später helfen so einfach und zeiteffizient wie möglich bauen zu können und ggf. auch an anderen Standorten weitere Surfparks zu eröffnen. Vorgefertigte Holzbaumodule helfen uns dabei, denn diese können wir wie ein Lego Baukasten zusammensetzen und bieten dann ausreichend Platz für weitere Angebote.

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Wie lange arbeitet ihr bereits an der Umsetzung und wann können wir den Surf Park erwarten?

 

Seit 2018 arbeiten wir Vollzeit an dem Projekt und das, obwohl wir zu der Zeit noch mitten im Studium steckten und nebenbei an unseren Masterarbeiten geschrieben haben. Da blieb keine Zeit mehr um Brötchen verdienen zu gehen. Deshalb haben wir uns mit der Idee für ein Stipendium beworben und haben dann zwei Stipendien abgegriffen, die uns in diesem Zeitraum finanziert haben. So konnten wir nicht nur unsere Miete zahlen und unsere Kühlschränke füllen, während wir uns dem Projekt widmeten, sondern es war für uns auch eine riesen Motivation, dass ausgerechnet unser Projekt von allen Bewerbungen unterstützt wurde. Auch im Bezug auf Projektpartner und Investoren hat es uns eine Menge Türen geöffnet. Zu Beginn dachten wir, dass wir 2021 die Pforten zu unserem Surf Park öffnen können, was natürlich sehr blauäugig war. Wir sind aber tatsächlich grade an einem Punkt, an dem wir voller Stolz sagen können, dass wir alle wichtigen roten Fäden zusammengetragen haben. Wir befinden uns im Ankaufsprozess einer Potenzialfläche in Fürstenwalde/Spree, wir genießen den mehrheitlichen Zuspruch der lokalen Politik, die Phasen der Baurechtschaffung sind glasklar und es gibt interessierte Investoren zur Realisierung. Wir gehen von 2-3 Jahren Realisierungszeit aus, ein konkreter Eröffnungstermin hängt jedoch leider von zu vielen Variablen ab um benannt zu werden.

 

 

Jedes Jahr werden neue Wellen-Technologien enthüllt, die den Standard für Wavepools setzten. Wie entscheidet man da, welche am besten geeignet ist und für welche habt ihr euch letzten Endes entschieden?

 

Als wir das Projekt ins Leben gerufen haben, gab es auf den ersten Blick nur Wavegarden als ernst zu nehmende Technologie, weshalb wir uns zunächst auch nur mit Wavegarden beschäftigt haben. Relativ schnell haben viele andere Hersteller nachgezogen und mittlerweile gibt es dutzende Anbieter. Wir haben alle kontatktiert, uns aufklären lassen und mittels einfacher Pro und Kontra Matrix miteinander verglichen. Am aktuellen Standort in Fürstenwalde/Spree bauen wir sehr wahrscheinlich mit der Endless Surf Technologie von White Water West. Die Technologie bietet eine sensationelle Wellenqualität, Quantität sowie Flexibiltät bei der Ansteurung der Technologie. Zusätzlich benötigt sie schlichtweg einen deutlich kleineren Poolfläche. Zudem ist White Water West einer der größten Entwickler im Bereich Wasserparks, womit wir den Brückenschlag vom Wavepool zum Wasserfreizeitpark perfekt abdecken können. Sollte es uns gelingen weitere SURF ERA Parks zu bauen, fände ich es persönlich super spannend mit weiteren Technologien zu arbeiten, weil jede für sich irgendwie einzigartig und faszinierend ist.

 

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Inwiefern seht ihr die Zukunft des Surfens und welche Rolle spielen Wavepools in dem Szenario?

 

Alleine das Surfen dieses Jahr zum ersten Mal bei den olympischen Spielen dabei war zeigt ja, wie aktuell und gefragt unser Sport mittlerweile ist. Was ich jetzt sagen werde hört sich zunächst absurd an, aber wenn man genauer drüber nachdenkt, sind die Kapazitäten des Ozeans oder besser gesagt der natürlichen Surfspots begrenzt. Heutzutage sitzt man an Spots, an denen man vor 10 Jahren noch mit einer Handvoll Leuten surfen war teilweise mit Hunderten von Surfern im Wasser. Betrachtet man das Ganze rein rational, dann führt kein Weg mehr an künstlichen Wellen vorbei, um die Nachfrage nach an Wellen zu decken, damit der Surf-Spirit nicht aufgrund von überfüllten Line-Ups ausstirbt. Das ist die eine Perspektive, aus der man das ganze betrachten kann. Die zweite Perspektive ist der Performance Aspekt. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in den nächsten Jahren einen wahnsinnigen Anstieg des Surflevels sehen werden, denn die Trainingsmöglichkeiten im Wavepool sind enorm. Selbst an den besten Spots der Welt gleicht nie eine Welle der anderen, was surfen ja auch ausmacht und das Schöne daran ist. Trotzdem bietet eine künstliche Welle eine andere Möglichkeit Manöver gezielt unter konstanten Bedingungen trainieren und perfektionieren zu können.

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