Surf-Wissen

InhaltWellenreiten lernen und die ersten Manöver

Wellenreiten lernen und die ersten Manöver

Warm Up vorm Wellenreiten

Bevor es ins Wasser geht, heißt es erst einmal: Aufwärmen und dehnen! Mit einer aufgewärmten Muskulatur verringerst du nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern erhöhst auch deine Leistungsfähigkeit. Deine Muskulatur erwärmt sich und dein Stoffwechsel wird hochgefahren. Damit verbesserst du deine Beweglichkeit und die Belastbarkeit deines Herz-Kreislauf-Systems. Beim Warm-Up wird aber nicht nur dein Körper, sondern auch Motivation, Aufmerksamkeit und Konzentration hochgefahren. Ein lockeres Warm-Up von 5 bis 15 Minuten reicht meist schön völlig aus.

Bewegung & Dehnung

Wie du dich aufwärmst, ist ganz dir überlassen. Du solltest deinen Körper aber zuerst einmal einige Minuten bewegen, um deinen Organismus von Ruhe auf Belastung umzustellen.

  1. Lauf-, Schwung- oder Lockerungsübungen bringen deinen Kreislauf in Schwung.
  2. Mit dynamischen Dehnübungen erhöhst du die Durchblutung der Muskulatur und verbesserst deinen Bewegungsradius: Beinkreisen, Ausfallschritte, Oberkörperrotationen, Arm- und Schulterkreisen. Drehbewegungen für Nacken, Handgelenke und Fußknöchel. Übungen, die Bewegungsmuster beim Wellenreiten nahekommen, sind besonders effektiv. Dehne dabei immer beide Körperseiten und niemals bis zu Schmerzgrenze.
  3. Beim Stretching dehnst du alle wichtigen Muskelgruppen einmal durch. Halte die Position dafür maximal fünf bis zehn Sekunden.
  4. Schüttle dich nach dem Warm-Up noch einmal aus und ab gehts in die Wellen!

Cool Down

Das Cool Down wird oft vernachlässigt, ist aber genauso sinnvoll wie das Warm-Up. Bei dem Cool Down machst du leichte Lockerungsübungen, um den Körper wieder runterzufahren. Langsames Auslaufen, leichte Gymnastik-Übungen und sanftes Stretching. So reduzierst du auch das Risiko eines Muskelkaters.

Verhaltensregeln & Vorfahrtsregeln beim Wellenreiten

Beliebte Surfspots können an guten Surftagen ziemlich voll werden. Vor dem Surf solltest du deshalb nicht nur die Wellen und Bedingungen analysieren, sondern auch die anderen Surfer beobachten.

Du solltest dich dem Level anderer Surfer anpassen, um auf dem Wasser akzeptiert zu werden. Hältst du mit, werden dir auch Wellen überlassen. Ziehst du zum Beispiel bei surfbaren Wellen zurück oder vergeigst wiederholt, steigst du die Hierarchieleiter des Spots hinab.

Direkt am Peak sitzen grundsätzlich die besten Surfer. Wellenreiter mit niedrigerem Fahrkönnen positionieren sich weiter auf der Wellenschulter. Je nach Surf-Level solltest du dich dort einreihen, wo du mit den anderen mithalten kannst. Am wichtigsten ist, dass du dein Fahrkönnen richtig einschätzt, du niemandem im Weg bist, auf die Sicherheit achtest und die Verhaltens- und Vorfahrtsregeln einhältst.

Verhaltensregeln

  1. Safety First! Riskiere durch waghalsige Manöver und das Bestehen auf eine Welle nie deine Gesundheit und die der anderen Surfer.
  2. Board festhalten! Das größte Sicherheitsrisiko sind unkontrollierte Bretter.
  3. Abstand halten! Halte genügend Abstand zu anderen Surfern, solltest du dein Board einmal nicht gut und rechtzeitig festhalten können.
  4. Strömungskreislauf einhalten. Paddel mit den anderen Surfern durch den Channel ins Line Up und nähere dich dem Peak immer von der Seite.
  5. Halte dich immer unbedingt an die Vorfahrtsregeln!
  6. Respektiere die anderen Surfer, um respektiert zu werden.

Vorfahrtsregeln

  1. Vorfahrt hat immer der Surfer, der am nächsten zur Peak in die Welle startet. Kann die Welle nach links und nach rechts gesurft werden, dürfen sich auch zwei Surfer die Welle teilen.
  2. Starte niemals in eine Welle, auf der bereits ein anderer Surfer surft. Vergewissere dich, dass du freie Fahrt hast. Vom „reindroppen“ spricht man, wenn du vor jemandem in die Welle startest.
  3. Der Surfer, der auf der Welle fährt, hat Vorfahrt. Auch vor dem hinauspaddelnden Surfer. Bist du auf dem Weg ins Line-Up, musst du darauf achten, dass du anderen Surfern nicht im Weg bist.
  4. Rücksicht! Niemand sollte auf seine Vorfahrt bestehen, wenn dadurch Unfälle provoziert werden. Bist du einem anderen Surfer unbeabsichtigt in die Welle gefahren, versuche am Besten, aus der Welle herauszukommen, um dich zu entschuldigen.

Sicherheit vorm Surfen: Brett & Leash

Safety First! Sicherheit ist beim Wellenreiten die oberste Regel. Bevor du ins Wasser gehst, solltest du die Bedingungen des Meeres genau beobachten und nur hinein gehen, wenn du ein gutes Gefühl dabei hast. Die häufigste Unfallursache sind unkontrollierte Surfboards. Vergiss deshalb nicht, dass du im Umkreis deiner Surfboard- und Leashlänge andere Surfer verletzen könntest. Diese Sicherheitsregeln solltest du vor dem Wellenreiten beachten:

  1. Gehe als Surf-Anfänger nie ohne Beisein eines anderen Surfers ins Wasser.
  2. Halte ausreichend Abstand zu anderen Surfern und Schwimmern.
  3. Halte dein Surfboard immer gut fest.
  4. Bringe dein Board niemals zwischen dich und die Wellen.

Surfbrett richtig tragen

Trage dein Board mit leicht ansteigender Nose seitlich von dir und laufe so auf die Sandbank. Schleife es nicht durch den Sand. Trage dein Surfbrett auf dem Weg zum Wasser immer auf der Seite, auf der du auch die Leash am Fuß befestigt hast. Du kannst dein Board auch in der Armbeuge tragen, sodass es an Schulter und Kopf lehnt. Eine weitere Möglichkeit ist, das Brett auf dem Kopf zu tragen. Halte Abstand und gehe nicht direkt hinter einem anderen Surfer ins Wasser, sondern ein Stück seitlich versetzt. Du solltest mit allen Surfbrettern außerdem immer ordentlich und vorsichtig umgehen.

Das Surfbrett solltest du im Wasser immer seitlich von dir tragen. Die Nose nach vorne und die Finnen nach unten. Bringe dein Board niemals zwischen dich und die Wellen. Wenn die Welle das Surfbrett gegen dich schleudert, kann das zu Verletzungen führen.

Umgang mit der Leash

Je nach Leash und Surfbrett gibt es unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten. Es gibt Boards mit einer kleinen Schlinge, durch die die Leash gezogen wird. Oder es gibt Leashes mit einer Schlinge, die man unter einem Steg am Surfboard hindurch schiebt. Befestige die Leash fest im Leash-Plug auf dem Deck des Surfbretts. Das andere Ende gehört an dein hinteres Fußgelenk. Befestige sie gut, aber nicht zu eng, sodass sie noch bequem sitzt. Der Klettverschluss und die Leine gehören auf die Außenseite des Fußgelenks. Achte vor dem Befestigen darauf, dass die Leash nicht verdreht und intakt ist.

Halte die Leash beim Laufen an Land gut mit einer Hand auf Spannung, damit sie nicht zur Stolperfalle wird. Eine Hand greift gleichzeitig die Bordkante und die Leash. Auf dem Wasser kann die Leash beim Take-off schon mal auf dem Board liegen und sich um die Füße wickeln. Echte Gefahr droht, wenn sich die Leash bei einem Waschgang unter Wasser am Grund verfängt und dich unter Wasser hält. Deshalb solltest du das schnelle Lösen der Leash vom Bein vorher üben. Mit einem kräftigen Zug an der Lasche des Klettverschluss lässt sich dieser schnell öffnen. Zum Transport wickelst du die Leash ums Tail und die Finnen. Achte darauf, den Klettverschluss vorher von Sand freizumachen.

Surfbrett richtig wachsen

Damit du auf deinem Surfbrett sicher stehst und guten Halt hast, brauchst du Wachs. Wachs gibt es in verschiedenen Sorten und für unterschiedliche Wassertemperaturen.

Surf-Wachs Arten

Es gibt zwei Arten von Wachs: Base-Coat und Top-Coat. Bei einem komplett ungewachstem Surfbrett brauchst du erst einmal Base-Coat. Danach kommt der Top-Coat, das „normale“ Surf-Wachs. Hier gibt es Unterschiede in der Härte des Wachses, je nach Wassertemperatur. Das geht bei Kaltwasser-Wachs los, geht über zu Warmwasser-Wachs und hört auf bei Tropical-Wachs.

Surf-Wachs auftragen

Da Base-Coat ziemlich hart ist, musst du zum Auftragen relativ viel Druck ausüben. Das Wachs kannst du in einer Art Schachbrett-Muster auftragen und danach noch einmal in großen kreisenden Bewegungen drüber gehen. Auch das Top-Coat trägst du in großen, kreisenden Bewegungen auf. Allerdings mit weniger Druck. Bei zu viel Druck würdest du das Wachs auf dem Surfbrett eher verschmieren. Wachst du es richtig, entstehen kleine klebrige Knubbel, die dir optimalen Halt auf dem Brett geben.

Wenn du bereits einige Wachsschichten aufgetragen hast, kannst du die Oberfläche mit einem Wachskamm aufrauen. Das Wachs trägst du dort auf, wo beim Surfen ein Fuß zum stehen kommt. Die Wachsschicht muss nicht vor jeder Surf-Session erneuert werden. Wenn du spürst, dass du keinen guten Halt mehr hast, wird es Zeit für die nächste Schicht. Wenn dir das mit dem Wachsen zu umständlich ist, kannst du auch ein Pad auf dein Surfbrett kleben. Das Pad für den hinteren Fuß ist dabei das wichtigere. Pads geben nicht nur Halt, sie schonen auch dein Brett. Das Deck wird dadurch besser vor Tritten geschützt.

Surf-Wachs Handhabung

Achte darauf, dass sein Surfboard am Strand nicht mit der gewachsten Seite nach oben in der Sonne liegt. Andernfalls schmilzt das Wachs, Sand mischt sich dazu und bei der nächsten Session reibst du dir Hände und Füße auf. Boardbag und Boardsocke sind die beste Möglichkeit, um dein Board vor Stößen und die Wachsschicht vor Sand und Sonne zu schützen. Damit dir das Wachs nicht im Rucksack oder auf dem Autositz davon schmilzt und alles verklebt, solltest du das Wachs in einer kleinen Box oder ähnlichem aufbewahren.

Surf-Wachs entfernen

Hin und wieder solltest du dein Surfbrett komplett vom alten Wachs befreien und neues auftragen. Dafür kannst du das Brett einfach in die Sonne legen und das Wachs mit einem Föhn erwärmen. Anschließend ziehst du das Wachs mit einem extra Wachskamm ab. Zur Not hilft auch eine alte Kreditkarte.

Erste Übungen im Weißwasser: Paddeln, Gleiten & Lenken im Liegen

Die Grundschule der Surfer ist das Weißwasser. Das ist der Bereich der gebrochenen Welle, der als weiße Schaumwalze an den Strand läuft. Die ersten Übungen im Weißwasser geben dir ein erstes Gefühl für die Wellen und deren Kraft.

Der Weg zu den Wellen

Für deine ersten Gleitversuche im Liegen suchst du dir einen Sandstrand, an dem die gebrochenen Wellen lange auslaufen können. Beispielsweise über eine Sandbank. Es reicht, wenn du hüft- bis maximal brusttief im Wasser stehst. Kommt eine Welle, kannst du das Brett einfach über die Welle heben. Ist die Welle größer, greife dein Surfboard fest an der Nose und ziehe es durch die Welle. Sind die Schaumwalzen kräftiger, sodass du das Surfbrett nicht mehr an der Nose halten kannst, greife den Railschoner der Leash. Dann kannst du unter der Welle hindurch tauchen und das Surfbrett mit dem Tail hinter dir her ziehen. Achte dabei darauf, dass du das Brett nicht direkt an der Leash durch die Wellen ziehst. Wickelt sich die Leash um deine Finger, kann das schmerzhaft enden.

Erste Paddelzüge

Zum Anstarten einer Welle richtest du dein Brett so aus, dass die Nose zum Strand zeigt. Kommt eine passende Welle, legst du dich mit geschlossenen Beinen auf das Surfbrett. Aus dem Wasser sollte die Brettspitze dabei nur wenige Zentimeter herausragen. Kurz bevor dich die Welle erreicht, startest du, ruhig aber kräftig loszupaddeln. Werfe dabei immer mal wieder einen Blick über die Schulter, um einschätzen zu können, wann die Welle dein Surfboard erreicht. Wenn die Welle dich erreicht, paddelst du so lange weiter, bis du spürst, dass sie dich mitnimmt.

Erste Gleitübungen im Liegen

Dein Ziel für deine ersten Gleitübungen ist, mit maximaler Geschwindigkeit, ungebremst und kontrolliert geradeaus zu fahren. Dafür wirst du vom Weißwasser angestoßen und gleitest auf dem Brett liegend in Richtung Ufer. Körperteile, die ins Wasser ragen, bremsen deine Gleitfahrt ab. Achte also darauf, dass deine Beine geschlossen auf dem Surfbrett liegen und du dich mit den Händen nicht an den Rails festklammerst.

Wenn du bei der Gleitfahrt die Arme auf Brusthöhe vom Körper wegstrecken kannst, ohne vom Board zu rutschen, hast du die richtige Position auf dem Surfbrett. Je schneller du gleitest, desto stabiler liegt das Surfboard im Wasser. Fühlst du dich sicher, kannst du deine Gleitfahrt perfektionieren. Du kannst deinen Körperschwerpunkt mal nach vorne, mal nach hinten verlagen. Hebe oder senke deinen Oberkörper und beobachte, wie das Surfboard darauf reagiert.

Erste Lenkübungen

Anpaddeln und Gleiten klappt? Dann kannst du die ersten Lenkversuche starten. Über die Rippen, den Bauch, die Hüften und die Beine steuerst du die Lenkung im Liegen. Je nach dem, in welche Richtung du dich lehnst, steuert das Surfboard mit dir in diese Richtung. Gehst du dabei ins Hohlkreuz und bringst mehr Gewicht aufs Tail, verstärkt das die Richtungsänderung zusätzlich.

Der nächste Schritt ist das Lenken im Startstütz. Deine Hände sind flach und direkt neben der Brust auf Höhe der Rippenbögen platziert. Fingerspitzen zeigen nach vorne. Dann streckst du die Arme durch, so dass dein Oberkörper nach oben kommt. Dein Gewicht liegt dadurch auf den Händen, Hüften und Beinen. Zum Lenken in dieser Position verlagerst du nun dein Gewicht in die Richtung, in die du fahren möchtest. Verstärkt wird die Richtungsänderung durch das Aufdrehen der Schultern in dieselbe Richtung.

Paddeln lernen auf dem Surfbrett

Das Paddeln hat beim Surfen drei Aufgaben: Zu den Wellen hinauskommen, im Line Up die richtige Position halten und in die Welle hinein starten. Als Surfer verbringst du in der Regel mehr Zeit mit paddeln als mit dem eigentlichen Wellenreiten. Daher ist die richtige Paddeltechnik extrem wichtig.

Position auf dem Surfbrett

Deine Paddeltechnik wird vor allem durch deine Position auf dem Surfbrett und deiner Muskulatur bestimmt. Zunächst musst du deinen Körperschwerpunkt so ausbalancieren, dass er möglichst weit mit dem Schwerpunkt deines Surfbretts übereinstimmt. Je nach dem, wie du dich bewegst, veränderst du auch deinen Körperschwerpunkt und kannst dein Surfbrett trimmen (abbremsen oder beschleunigen). Gehst du ins Hohlkreuz, bewegt sich dein Körperschwerpunkt nach hinten. Die Nose kommt aus dem Wasser. Lerne, dein Surfboard so zu trimmen, dass die Schwerpunkte von Körper und Surfbrett direkt übereinander liegen. So erreichst du eine optimale Gleitfahrt beim paddeln. Liegst du zu weit vorne oder hinten, klappt die Gleitfahrt nicht optimal.

Paddeltechnik

Deine vordere Hand taucht neben der Nose des Surfbretts bis zum Ellenbogen ins Wasser und du ziehst sie dicht am Board entlang nach hinten. Auf Höhe der Hüfte kommt sie wieder aus dem Wasser und die andere Hand taucht vorne ein. Deine Hände folgen dabei der Kontur des Surfbretts. Deine Finger sind weder zu weit gespreizt, noch zu sehr zusammengekniffen und bleiben entspannt. Die Kraft zum Paddeln kommt dabei aus deinen Armen und Schultern. Damit du deine Kraft optimal ins Wasser überträgst, gehst du mit dem angespannten Oberkörper leicht ins Hohlkreuz. Die Knie liegen geschlossen und parallel auf dem Surfbrett.

Die einzelnen Paddelzüge sollten kräftig, aber ruhig sein. Hektisches Paddeln macht dein Surfbrett instabil. Die Paddelzüge müssen bis zum Ende sauber und ruhig durchgeführt werden. In der Zugphase wird der eingetauchte Arm in Richtung Brust gezogen, damit hältst du das Surfbrett im Gleiten. In der Druckphase drückt der eingetauchte Arm das Wasser nach hinten weg und das Surfboard beschleunigt.

Um zu den Wellen hinaus zu kommen, paddelst du ruhig und konstant über eine größere Distanz hinweg. Beim hineinstarten in eine Welle sind dagegen Sprinterqualitäten und ein gutes Timing gefragt. Dann musst du dein Surfboard mit wenigen, kräftigen Paddelzügen maximal beschleunigen. Lege alle Energie in das Anpaddeln einer Welle und höre erst damit auf, wenn du spürst, dass die Welle dich auch wirklich mitnimmt. Werfe dabei immer wieder mal einen Blick nach hinten, um deine Paddelgeschwindigkeit gegebenenfalls anzupassen.

Fehler beim Anpaddeln von Weißwasserwellen

  • Du paddelst die Welle an der falschen Stelle an
  • Die Welle trifft dein Surfbrett schräg von der Seite und dein Brett kippt
  • Welle nicht kraftvoll genug angepaddelt, das Weißwasser spült dich vom Board
  • Du liegst nicht mittig auf dem Brett und wirst vom Surfbrett gekippt, sobald dich die Welle erreicht
  • Du liegst zu weit vorne und die Nose taucht ins Wasser
  • Deine Beine liegen nicht parallel nebeneinander und du wirst vom Surfbrett gekippt
  • Deine Beine ragen seitlich ins Wasser und die Nose taucht vorne ein
  • Du bist nicht im Hohlkreuz und die Brettkontrolle ist eingeschränkt

Grundstellung des Wellenreitens an Land

Für eine gute Brettkontrolle ist die Grundstellung auf dem Surfbrett entscheidend. Bevor es endlich ins Wasser geht, gilt es erst einmal, diese an Land zu finden. Findest du die richtige Position für Körper und Füße, kannst du später beim Wellenreiten dein Surfbrett beschleunigen und in den Manövern optimal kontrollieren.

Goofy oder Regular

Fährst du Skateboard oder Snowboard, weißt du bereits, ob du „Goofy“ oder „Regular“ bist. Regular bedeutet, dass du den linken Fuß vorne und den rechten hinten auf dem Brett stehen hast. Bei Goofy ist es genau anders herum, der rechte Fuß ist vorne. Weißt du noch nicht, zu welchem Lager du gehörst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das herauszufinden: Spring aus dem Liegestütz in den Stand; stell dir vor, du schlitterst übers Eis oder mache mit Anlauf einen weiten Sprung. Der Fuß, mit dem du abspringst, ist vorne.

Grundstellung beim Wellenreiten

Stelle dich etwa schulterbreit und mittig auf das Surfbrett. Dein hinterer Fuß ist im rechten Winkel zur Längsachse des Boards, flach auf dem Tail. Dein vorderer Fuß ist leicht nach vorne hin aufgedreht. Dein Gleichgewicht verteilt sich gleichmäßig auf beide Füße. Dein vorderer Arm ist auf Höhe der Brust leicht gestreckt. Dein Hinterarm ist angewinkelt. Nun gehst du etwas in die Hocke, drehst das hintere Knie leicht nach vorn ein, richtest deinen Blick nach vorne und drehst Schultern und Hüfte leicht in Fahrtrichtung.

Es gibt verschiedene Varianten, wie weit die Füße auseinander stehen und wie sehr der hintere Fuß eingedreht ist. Wichtig ist, dass du dich wohl und sicher fühlst. Dein Körperschwerpunkt sollte stabil über dem Schwerpunkt des Surfbretts liegen und etwas tiefer gehalten werden. Deine Arme sollten nicht wild in der Gegend herum hängen und in den Knien solltest du locker bleiben.

Die Grundstellung beim Wellenreiten hängt neben individueller Vorlieben auch vom jeweiligen Surf-Level und dem Material ab. Aber auch das Gewicht und die Körpergröße haben einen starken Einfluss auf die Surfhaltung.

Take-off & Grundstellung im Wasser

Spricht man vom Take-off, ist damit das Aufstehen auf dem Surfbrett gemeint. Der Take-off ist beim Wellenreiten das wichtigste, aber auch kritischste Manöver. Vermurkst du den Take-off, kannst du die Welle höchstwahrscheinlich nicht mehr surfen.

Als Surf-Anfänger solltest du den Take-off auf dem Trockenen und im Weißwasser so oft üben, bis du ihn blind beherrschst und er völlig automatisiert abläuft. Erst dann kannst du dich an den Take-off in den grünen Wellen wagen. Für den richtigen Take-off brauchst du eine ausreichende Körperspannung, ein gutes Balance-Gefühl, die optimale Position auf dem Surfboard, die passende Paddelgeschwindigkeit und das richtige Timing.

Auf die Wellen warten

Wartest du im Weißwasser auf die Wellen, stehst du und hältst das Surfboard seitlich neben dir. Vergiss nicht: Das Surfboard niemals zwischen dich und die Welle bringen! Kommt eine Welle, schwingst du dich schnell aufs Brett und paddelst los.

Wenn du im Line-Up auf die Wellen wartest, empfiehlt sich eine sitzende Position auf dem Surfbrett. Dadurch hast du eine bessere Übersicht über das Geschehen auf dem Wasser. Sitzt du auf dem Surfbrett, kannst du es außerdem leichter in eine Richtung drehen, als wenn du darauf liegst. Mit den Füßen steuerst du die Drehung deines Surfbretts. Rotierst du im Uhrzeigersinn, dreht sich sein Board im Uhrzeigersinn und umgekehrt. Das Sitzen, die Drehbewegung mit den Füßen und das Anpaddeln einer Welle übst du am besten in ruhigem Wasser. So bekommst du ein Gefühl für den Ablauf und bist gewappnet, wenn ein Set reinkommt und du aus deiner sitzenden Position in die Paddelposition kommen musst.

In die Welle starten

Die Welle kommt, du bringst dich in Position und paddelst die Welle ruhig aber kraftvoll an. Achte darauf, dass du nicht zu viel Gewicht auf die Brettspitze bringst. Liegst du zu weit vorne, hast den Oberkörper zu wenig angehoben oder beim Start die Beine geöffnet, ist das Resultat wahrscheinlich ein Nose-Dive und du landest vornüber im Wasser.

Verlagere dein Gewicht andererseits nicht zu weit nach hinten. Dann hängt das Surfbrett mit dem Tail zu tief im Wasser und die Welle nimmt dich nicht richtig mit. Mit deinen Händen solltest du dich nicht an den Rails festklammern, sondern sie locker in Brusthöhe auf dem Surfbrett platzieren.

Die verschiedenen Take-off Techniken

Mit dem Take-off kommst du aus einer liegenden Position schnell in eine stabile Grundstellung auf dem Surfbrett. Dafür gibt es unterschiedliche Techniken: den gesprungenen Take-off, den Take-off in drei Schritten und den Angle-Take-off in grünen Wellen. Welche Variante du wählst, hängt von deinem Surf-Level, deinem Surfboard, den Bedingungen und deiner Vorliebe ab.

Der Take-off in drei Schritten

Diese Technik eignet sich vor allem für Surf-Anfänger. Mit ihr erzielst du schnelle Lernerfolge. Kannst du die drei Schritte immer schneller ausführen, enden sie auch automatisch in einer flüssigen Bewegung.

1. Du spürst, dass die Welle dich mitgenommen hat. Du kommst in den Startstütz und stabilisierst dein Surfbrett. Dein Körpergewicht ruht auf den Händen. Deine Arme sind durchgestreckt und dein Blick ist nach vorne gerichtet.

2. Du drehst die Schulter zur Seite und kippst dein Becken. Deinen hinteren Fuß platzierst du mit den Zehen nach außen mittig auf das Surfbrett. Der Fuß sollte so ausgerichtet sein, wie er dann auch nach dem Take-off stehen soll. Jetzt liegt dein Körpergewicht auf den Händen und dem angewinkelten Fuß.

3. Das liegende Bein hebst du nun an und drehst es leicht nach außen. Du führst es zwischen den Armen nach vorne und direkt zwischen deine beiden Hände. Jetzt kannst du dich langsam aufrichten. Dein Körperschwerpunkt sollte stabil über dem Schwerpunkt des Surfbretts liegen und etwas tiefer gehalten werden. Deine Arme hängen nicht wild in der Gegend herum und in den Knien solltest du locker bleiben. Jetzt kannst du die Welle genießen!

Der gesprungene Take-off

Beherrschst du den gesprungenen Take-off, kannst du ihn in wahrscheinlich allen Bedingungen anwenden.

1. Du spürst den Schub der Welle und kommst in den Startstütz. Du baust deine Körperspannung auf, platzierst deine Hände flach, direkt neben der Brust und auf Höhe der Rippenbögen. Deine Arme sind durchgestreckt. So kommt dein Oberkörper nach oben. Dein Gewicht liegt nun auf deinen Händen, Hüften und Beinen. Dein Blick und deine Finger sind nach vorne gerichtet, deine Beine geschlossen.

2. Liegt dein Surfbrett stabil auf dem Wasser, kommst du mit einem schnellen Sprung auf die Füße. Dein vorderer Fuß sollte dabei unter dem Körper und direkt zwischen deinen Händen landen. Kommt der Fuß nicht weit genug nach vorne oder du legst einen Zwischenschritt über das Knie ein, kann deine Gleitfahrt ausgebremst werden.

3. Stehst du sicher und stabil auf dem Brett, kannst du dich langsam aufrichten. Dein Blick ist weiter nach vorn gerichtet und du kommst in die Grundstellung, wie beim Take-off in drei Schritten.

Der Angle-Take-off

Möchtest du eine Welle seitlich abreiten, kannst du mit dem Angle-Take-off schräg in die Welle hineinstarten.

1. Paddel die Welle gerade an. Mit den letzten Paddelzügen ziehst du dein Surfbrett in die Richtung, in die du abfahren möchtest. Das Rail, dass der Welle zugewandt ist, musst du stärker belasten. So verhinderst du, dass die Welle dein Surfbrett seitlich anhebt und kippt.

2. Du kommst in den Startstütz, stabilisierst dein Surfbrett und führst den Take-off aus. Hierfür solltest du dir nicht zu viel Zeit lassen. Welche Take-off-Technik du verwendest, bleibt dir überlassen.

Was muss ich beim Take-off beachten?

  1. Suche dir die richtige Welle aus.
  2. Paddel die Welle im richtigen Winkel an.
  3. Stelle sicher, dass du ausreichend Stabilität, Körperspannung und Geschwindigkeit hast.
  4. Starte ohne Zögern in den Take-off.
  5. Achte auf die korrekte Position auf dem Surfbrett - auch vor und nach dem Take-off.
  6. Richte deinen Blick nach vorne.

Tipps für den Take-off

  • Bekomme ein Gefühl für die Wellen! Starte anfangs mit Weißwasserwellen, die dir genug Zeit lassen.
  • Suche dir für den Take-off in grünen Wellen kleine und sanfte Wellen, die leicht und gemächlich von oben weg brechen.
  • Zögere nicht! Sei konsequent und denke nicht zu viel nach, wenn eine Welle kommt.
  • Bist du durchgewaschen worden, lege eine kleine Pause ein uns sammle neue Energie und Motivation für den nächsten Take-off.

Gleitfahrt & Geschwindigkeit generieren

Die Gleitfahrt beschreibt das Laufen deines Surfbretts mit der Energie der Welle. Im besten Fall reitest du die Welle mit genau der Geschwindigkeit ab, mit der sie auch bricht. Durch Trimmen kannst du Geschwindigkeit aufbauen und wegnehmen. Zum Beschleunigen verlagerst du dein Gewicht in Richtung der Nose, zum Bremsen auf das Tail. Hierbei kommt es auf die richtige Dosis an. Du solltest das Trimming so lange trainieren, bis du ein Gefühl für die richtige Dosierung bekommen hast.

Für eine optimale Gleitfahrt sollte dein Körperschwerpunkt und der Schwerpunkt deines Surfbretts so dicht wie möglich übereinander liegen. Mit deiner Geschwindigkeit verändert sich auch der Schwerpunkt deines Surfbretts. Bist du schneller, hat dein Surfboard auch mehr Auftrieb und der Schwerpunkt liegt weiter vorne. Dann musst du auch deinen Körperschwerpunkt nach vorne verlagern, um das auszugleichen. Nach hinten verlagern musst du dich, wenn du an Geschwindigkeit verlieren willst und der Schwerpunkt des Surfbretts nach hinten wandert.

Tipps für die Gleitfahrt

  • Der richtige Ausgangspunkt in der grünen Welle! Die Trim-Line ist die Ideallinie bei einer Schrägfahrt. Du findest sie leichter im mittleren Bereich der Welle. Hier hast du ohne großen Aufwand die optimale Geschwindigkeit.
  • Trainiere das Trimmen und sammle Erfahrungen im Abbremsen und Beschleunigen.
  • Wähle einen flexiblen Stand! So kannst du schneller dein Gewicht verlagern und die Geschwindigkeit steuern.
  • Verlagere deinen Körperschwerpunkt nach hinten, wenn du Turns fahren willst. Das macht dein Surfbrett wendiger. Den Geschwindigkeitsverlust gleichst du nach dem Manöver aus, in dem du dein Gewicht nach vorne bringst.

Turns: Richtungsänderung beim Wellenreiten & grüne Wel-len seitlich abfahren

Erste Turns im Weißwasser

Beherrschst du einen sicheren Take-off und die Gleitfahrt im Weißwasser, kannst du die ersten Drehversuche starten.

  1. Wähle eine weit auslaufende Weißwasserwelle, die du gut anpaddeln kannst.
  2. Stehst du auf den Füßen, nimmst du die Grundstellung ein.
  3. Dann gehst du leicht in die Knie und drehst deinen Oberkörper in die Richtung, in die du fahren möchtest. Dein Gewicht liegt leicht auf dem hinteren Fuß und über der Brettkante, die den Wellen zugewandt ist. Achte darauf, dass du deinen Blick in die jeweilige Fahrtrichtung richtest.
  4. Hast du den Richtungswechsel erfolgreich geschafft, kommst du wieder in die Grundstellung, richtest dich über der Brettmitte aus und surfst die Welle schräg entlang.

Erste Turns in grünen Wellen

Bevor du dich an deine ersten Turns in grünen Wellen wagst, solltest du den Bewegungsablauf sicher beherrschen und im Weißwasser trainiert haben. Gelingt dir ein sicherer Take-off und die Gleitfahrt in grünen Wellen, kannst du mit Hilfe von Turns die Energie der Welle optimal ausnutzen.

  1. Wähle kleine, grüne Wellen, die langsam zu einer Seite brechen.
  2. Paddel die Welle an, mache den Take-off und komme sicher zum Stehen.
  3. Lehne dich jetzt zügig in die Richtung, in die du dein Surfbrett lenken willst. Bist du dabei zu langsam, schaffst du es nicht mehr in den offenen Bereich der Welle.
  4. Der Bewegungsablauf ist der gleiche, wie im Weißwasser. Allerdings solltest du hier noch konsequenter sein! Blick in Fahrtrichtung, Oberkörper nachdrehen und tief in die Knie gehen!
  5. Bist du in deiner Fahrtrichtung angekommen, richtest du dich wieder in der Grundstellung aus. Jetzt kannst du deine erste grüne Welle seitlich abfahren!

Durchtauchmanöver & Durchbrechungsmethoden beim Wellenreiten

Bevor du in den Genuss des Wellenreitens kommst, musst du erst einmal die Wellen bezwingen, die dir entgegen kommen. Dafür gibt es verschiedene Duchtauchmanöver und Durchbrechungsmethoden.

Für jede gilt zunächst die gleiche Regel: ruhig und kraftvoll auf die Welle zu paddeln und kurz vor dem Eintreffen der Welle die Geschwindigkeit erhöhen. Je höher deine Geschwindigkeit, desto weniger wirst du von der Welle zurückgedrängt. Surfboard und Welle sollten dabei immer im 90 Grad Winkel zueinander stehen.

Der Liegestütz

Kleinere Weißwasserwellen kannst du mit der Liegestütz-Technik überwinden. Du paddelst gerade auf die Welle zu und drückst dich - kurz bevor dich die Welle erreicht - mit den Händen an den Rails in den Liegestütz hoch. Die Welle rollt unter deinem Surfboard und zwischen deinem Brett und dir hindurch.

Eskimorolle / Turtle Roll

Mit der Eskiorolle oder Turtle Roll bekommst du auch größere Malibus oder Longboards durch die Welle hindurch. Die Turtle Roll benutzt du bei größeren Wellen, bei denen du dir nicht mehr sicher bist, ob du sie mit einer Liegestütz überwinden kannst. Du paddelst mit Geschwindigkeit auf die Welle zu und kurz bevor sie dich erreicht, greifst du fest die Rails und drehst dich mit dem Surfboard einmal um die Längsachse ins Wasser. Du drehst das Surfboard über dich, indem du mit einer Hand die Brettseite hochziehst und die andere nach unten drückst. Das Surfbrett liegt auf der Meeresoberfläche auf und du hängst dicht darunter. Berührt die Welle dein Surfboard, ziehst du die Nose noch einmal weiter nach unten. Ist die Welle über dir hinweg gelaufen, drehst du dich mitsamt des Surfboards wieder nach oben und kommst in deine ursprüngliche Paddelposition zurück. Um das richtige Timing herauszufinden, wirst du die Eskimorolle ein paar Mal trainieren müssen.

Der Notstopp

Mit dem Notstopp kannst du eine schon gestartete Gleitfahrt beim Wellenreiten abbrechen. Im Line-Up kannst du damit aber auch eine Welle durchbrechen. Möchtest du eine Gleitfahrt abbrechen, setzt du dich auf und verlagerst dein Körpergewicht nach hinten. Dein Board greifst du an der Seite und die Nose zeigt nach oben. Möchtest du eine Welle im Line-Up nicht durchtauchen, richtest du deine Brettspitze in Richtung Ufer aus und legst einen Notstopp ein.

Duck Dive

Ein Duck Dive funktioniert beim Wellenreiten nur mit kleinen Surfboards. Malibus und Longboards haben für diese Technik zu viel Auftrieb. Der Duck Dive erfordert viel Erfahrung und ein Surfbrett mit wenig Volumen. Ideal für Shortboarder. Longboarder wählen zumeist die Turtle Roll. Auch für den Duck Dive paddelst du die Welle mit maximaler Geschwindigkeit gerade an. Kurz bevor sie dich trifft, greifst du die Rails, richtest deinen Oberkörper auf, streckst deine Arme durch und bringst dein Gewicht so weit nach vorne, dass die Nose ins Wasser taucht. Dann platzierst du das Knie deines hinteren Standbeines mittig auf den hinteren Teil deines Surfboards und drückst dadurch das Tail unter Wasser. Sobald du vollständig unter Wasser bist, ziehst du dein Surfbrett möglichst nah an deinen Oberkörper. Die Auftauchphase leitest du ein, in dem du mit dem Knie den Druck aufs Board verstärkst, dein Körpergewicht leicht nach hinter verlagerst und anschließen die Beine durchstreckst.

Wellenreiten Basis-Manöver

Mit den Basis-Manövern kannst du beim Wellenreiten die wichtigsten Richtungsänderungen realisieren. Die Welle hoch fährst du mit einem Bottom Turn, runter mit einem Top Turn und wenn du dich vom brechenden Teil zu weit entfernst, kommst du mit dem Cut Back in den steilen Bereich der Welle zurück.

Wellenreiten Basis-Manöver: Bottom Turn

Beim Wellenreiten ist der Bottom Turn das wichtigste Manöver. Es ist das erste Manöver nach dem Take-off und du leitest damit alle weiteren Manöver an der Wellenschulter ein. Du generierst Geschwindigkeit, um die Welle hinauf zu fahren und bietest damit die Vorbereitung für Manöver im oberen Bereich der Welle.

  1. Du fährst die Welle hinunter und kurz bevor du im Wellental ankommst, gehst du in die Knie.
  2. Du verlagerst dein Gewicht auf das Inside Rail und richtest deinen Blick auf den Punkt in der Welle, den du erreichen willst. Dein Oberkörper folgt deinem Blick und deine Knie bleiben weiter gebeugt.

Dein Surfbrett lenkt nun in diese Richtung. Bist du die Kurve gefahren, richtest du dich langsam wieder auf. Dann fährst du mit Schwung aus dem Bottom Turn heraus.

Tipps für den Bottom Turn

  • Leite das Manöver nicht zu spät ein. Bist du bereits im Wellental, verlierst du zu viel  Geschwindigkeit.
  • Die Welle bricht langsam: Wähle den Kurvenradius enger. Die Welle bricht schnell: Wähle den Kurvenradius weiter, um nicht von der Welle eingeholt zu werden.
  • Bestimme den Kurvenradius durch Gewichtsverlagerung. Mehr Druck auf das Inside Rail oder das Tail = engerer Turn.
  • Dein Körper folgt deinem Blick! Peile dein Ziel an, so richtet sich auch dein Oberkörper nach der Fahrtrichtung aus.

Wellenreiten Basis-Manöver: Top Turn

Den Richtungswechsel im oberen Bereich der Welle nennt man Top Turn. Den Top Turn kannst du beim Wellenreiten als seichte Kurve, aber auch als radikalen Turn mit der Brettspitze über der Wellenlippe fahren.

  1. Peile bereits im Bottom Turn den Punkt an, an dem du den Top Turn ausführen willst. Kommst du aus dem Bottom Turn heraus, fährst du die Welle schräg nach oben.
  2. Noch bevor du den oberen Bereich der Welle erreichst, leitest du den Top Turn ein. Drehe Kopf, Schulter und Arme zum Wellental. Verlagere dein Gewicht auf den hinteren Fuß. Dein Surfbrett folgt deinem Körper und kommt in die neue Fahrtrichtung.
  3. Gehe leicht in die Knie und verlagere dein Körpergewicht nun wieder mehr nach vorne.

Tipps für den Top Turn

  • Je höher du den Top Turn ansetzt, desto schneller musst du auch aus dem Bottom Turn kommen.
  • Führst du den Top Turn weit oben an der Welle aus, kannst du beim Runterfahren Geschwindigkeit aufbauen.
  • Führe das Manöver rechtzeitig durch! Dein Surfbrett braucht etwas mehr Zeit, als dein Oberkörper, um die neue Fahrtrichtung anzunehmen.
  • Mehr Gewicht auf dem Tail und schnellere Drehung des Oberkörpers in die neue Fahrtrichtung = engerer Turn.

Wellenreiten Basis-Manöver: Cut Back

Technisch gesehen zählt der Cut Back zu den vielseitigsten Manöver beim Wellenreiten. Beherrschst du den Bottom Turn und Top Turn, kannst du die Welle hoch und runter fahren. Entfernst du dich allerdings zu weit vom brechenden Teil der Welle, kannst du dich mit dem Cut Back in den steilen Bereich der Welle zurückführen.

  1.  Gehe leicht in die Knie und drehe deinen Oberkörper in die gewünschte Fahrtrichtung. Visiere dein Ziel an, Arme und Schultern folgen dem Blick.
  2. Dein Gewicht liegt während des Turns auf dem hinteren Fuß und leicht auf dem Inside Rail.
  3. Mit der ersten Kurve steuerst du auf den brechenden Teil der Welle zu und dein Körpergewicht ist gleichmäßig auf beide Füße verteilt.
  4. Leite den Rebound ein, bevor dich das entgegenkommende Weißwasser erreicht. Fahre die S-Kurve zu Ende, in dem du Körper und Schulter vom Weißwasser wegdrehst.
  5. Beschleunige dein Surfbrett, sobald du in Laufrichtung der Welle bist.

Tipps für den Cut Back

  • Leite den Cut Back wenn möglich weit oben an der Wellenschulter ein. Damit bringst du die nötige Geschwindigkeit mit.
  • Schnelle Welle = enger Cut Back. Flache, langsame Welle = weiter Cut Back.
  • Bestimme den Kurvenradius durch Gewichtsverlagerung. Mehr Druck auf den hinteren Fuß = engerer Turn.
  • Ruhige Halteposition = weniger Geschwindigkeitsverlust und entspannter in den Rebound.

Wellenreiten Fortgeschrittene Manöver

Bottom Turn, Top Turn und Cut Back sitzen? Du bist bereit für den nächsten Step? Dann kannst du dich an Powermanöver wie Floater, Off the Lip oder Tube Riding wagen.

Wellenreiten Fortgeschrittene Manöver: Floater

Da der Floater viel Geschick erfordert, zählt er zu den fortgeschrittenen Manövern. Mit einem Floater kannst du deinen Ritt auf der Welle noch ein wenig verlängern, in dem du den Schaum der brechenden Welle so nutzt, dass du über ihn hinweg fährst. Anschließend lässt du dich mit der Wellenlippe ins Wassertal fallen. Für dieses Manöver brauchst du einiges an Balance und vor allem Geschwindigkeit. Bevor die Welle dicht macht, kannst du mit dem Floater als Abschlussmanöver außerdem eine finale Pointierung setzen.

  1. Du siehst, dass die Welle vor dir dicht macht. Fahre den sich brechenden Teil der Welle schwungvolle hinauf. Damit du mit genug Geschwindigkeit auf dem Schaum gleiten kannst, solltest du einen nicht zu steilen Winkel wählen.
  2. Du bist auf der Wellenlippe angekommen. Beuge dich nun so weit nach vorne, dass deine Brust über deinem vorderen Knie ausgerichtet ist. Dadurch fällst du nicht nach hinten.
  3. Halte die Position, um mittig auf dem Surfbrett ausgerichtet zu bleiben und das Gleichgewicht zu halten.
  4. Es wird Zeit, von der Wellenlippe wegzusteuern, sobald sich deine Gleitfahrt verlangsamt. Dafür drehst du deinen Kopf und deinen Oberkörper in Richtung Ufer. Die Spitze deines Surfbretts richtet sich ebenfalls so aus.
  5. Gehe tief in die Hocke, um den Aufprall im Wellental abzufedern. Im besten Fall kommst du mit viel Schwung aus dem Floater.

Wellenreiten Fortgeschrittene Manöver: Off the Lip

Die Wende am oberen Teil der Welle (Top Turn) gehört zu den Basics des Wellenreitens.  Es gibt aber viele Varianten des Top Turns, zum Beispiel als Air, Snap, Tails Slide oder Off the Lip.

Der Off the Lip ist ein radikales Manöver für Fortgeschrittene, bei dem das Surfboard beim Turn direkt vor dem Brechungsrand der Welle über die Lippe der Welle gezogen wird. Damit das Manöver gelingt, sind genaues Timing und Balance entscheidend.

  1. Um für den Off the Lip steil an die Wellenlippe zu kommen, musst du deinen Bottom Turn ausgeprägter fahren. Du fährst die Wellenwand gerade hoch, um das Surfbrett in eine senkrechte Position zu bringen.
  2. Wenn das Surfbrett über den Wellenkamm der Welle hinausschießt, bist du für einen Augenblick frei in der Luft.
  3. Auf dem Wellenkamm wird das Surfboard dann wieder Richtung Wellental gedreht und du lässt dich wieder in die Welle zurückfallen, ohne an Schwung zu verlieren.

Wellenreiten Fortgeschrittene Manöver: Tube Riding

Das Tube Riding gehört zu den ultimativen Surf-Manövern und ist der Traum eines jeden Surfers. Damit du in der Welle Platz findest, muss die Wellenlippe in einem großen Bogen nach vorne über fallen. So entsteht ein Hohlraum und dadurch eine Röhre: die sogenannte Tube. Dann kannst du durch durch die Welle hindurch surfen. Tubes erfordern eine gewisse Erfahrung und wenn sie richtig groß werden, sogar sehr viel davon.

  1. Positioniere dich richtig im Line-Up. Am besten direkt an der Peak oder ein wenig dahinter.
  2. Je nach Bedingung kommst du per Late Take-off, Backdoor, Bottom Turn oder Stalling in die Tube.
  3. Für einen erfolgreichen Tube Ride sind Körperstellung und Positionierung in der Tube entscheidend. Mache dich klein und balanciere dich aus. Halte dich danach sehr zentriert auf deinem Surfboard.
  4. Damit du nicht vom Surfbrett gefegt wirst, musst du die richtige Linie in der Tube wählen. Die ist meist relativ weit oben an der Welle. Bist du zu tief, kommst du der explodierenden Lippe zu nahe.