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Wellenreiten in Europa

Wellenreiten in Europa

Hier findet Ihr die Liste der wichtigsten Surfspots zum Wellenreiten in Europa. Die sind vor allem am Atlantik in Frankreich, Spanien, Portugal und Marokko sowie auf den Kanaren. Aber auch am Mittelmeer, der Nord- und Ostseee und dem einen oder anderen Fluss finden sich Wellen zum Surfen.

 

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Wann sind Wellen gut zum Wellenreiten?

 

Für Wellenreiter müssen die Wellen nicht unbedingt groß sondern vor allem geordnet, d.h. in breiten Linien ankommend sein. In einem vom Wind zerwühlten Schaumkronen-Durcheinander finden sich dagegen kaum Wellen, die breit genug sind um sie seitlich abzusurfen.

Solche, in breiten Linien einlaufenden Wellen nennt man Swell. Dieser entsteht wenn, oft tausende von Kilometern entfernt, ein Sturm auf offenem Meer tobt, jede Menge Wellen aufwühlt und diese sich dann im Laufe ihrer langen Reise über das Meer zu breiten Wellenlinien (Sets) verbinden.

Entsprechend braucht ein guter Surfspot vor allem ein grosses Meer wie den Atlantik. Die Nordsee und das Mittelmeer sind für echte Swells zu klein und haben daher meist nur kurzlebige und wenige geordnete Windswells, die aber durchaus für eine Menge Spass beim Wellenreiten reichen können.

Zudem darf ein guter Surfspot nicht im Wellenschatten einer vorgelagerten Insel oder Landmasse liegen, sondern muss "freien Blick" auf die üblichen Sturmtiefs und damit Wellenquellen bieten.

Hier also die Liste der wichtigsten Surfspots von Norden nach Süden.

 

Dänemark

In wenigen Stunden mit dem Auto von Norddeutschland zu erreichen, gilt Dänemark als die beste Region zum Wellenreiten an der Nordsee. Die höchste Wellensicherheit ist zwischen September und November (und im Winter für wirklich hartgesottene Surfer).

Westküste Jütland
Die besten Surfspots Dänemarks finden sich zwischen Klitmoller und Hvide Sande mit dem Schwerpunkt der guten Spots zwischen Klitmoller und Agger. Besonders beliebt sind das vom Windsurfen und zahllosen Events bekannte Klitmoller mit seinen Muschelriffs und die Beachbreaks von Norre Vorupor.

 

Deutschland

Die deutsche Nordseeküste bekommt deutlich weniger Swell als das nördlichere Dänemark ab. Dafür liegen die Spots für viele vor der Haustür und man kann sich nach den schnell wechselnden Bedingungen richten. Die sind in der Regel am Besten wenn der Wind nach längerem, kräftigem Blasen rasch abfällt und für eine Weile schöne Wellen hinterlässt. Die beste Zeit zum Wellenreiten ist der späte Sommer bis in den Herbst hinein.

Sylt
Sylt ist das unangefochtene Zentrum des Wellenreitens in Deutschland, sowohl was die Wellenqualität als auch die Surfszene angeht. Entlang der sandigen Westküste finden sich zahlreiche Spots die es zu erkunden gilt.

Norderney und Borkum
Die beiden ostfriesischen Inseln bieten die besten Bedingungen zum Wellenreiten auf den ostfriesischen Inseln. Insbesondere Januskopf auf Norderney hat seinen festen Platz auf der Liste der Nordsee-Surfspots.

Ostsee
Trotz oder gerade wegen der unzuverlässigen Bedingungen und weil Wellenreiten hier oft eine Wintersportart ist, hat die Ostsee mittlerweile eine feste Surf-Community. Die wichtigsten Surfspots sind: Pelzerhaken, Weißenhäuser Strand, Hohenwachter Bucht und Damp.

 

Holland und Belgien

 

Das Swellfenster für Holland und Belgien ist bedingt durch die abschirmenden englischen Inseln kleiner als in Dänemark oder Deutschland. Dafür bieten die zahlreichen Buhnen (Steinwälle zur Strandsicherung) oft den nötigen Windschatten, der auch ein windbewegtes Meer surfbar macht. Die Sommer sind weitgehend wellenlos, dafür kanns im Winter ganz schön kacheln.

Holland
Der bekannteste und wellensicherste Spot in Holland ist Schevenigen, die Amsterdamer Surfer bleiben meist in Wijk Aan Zee hängen. Allein wird man an beiden Spots selten sein.

Belgien
Auch wenn die Bedinungen hier schlechter sind als in Holland, hält das die Belgier nicht davon ab ihre Bretter bei Oostenede oder Knokke-Heist an einem Spot namens "Surfers Paradise" ins Wasser zu werfen.

 

Frankreich



 

Frankreich mit seiner endlosen Atlantikküste ist unbestritten das Zentrum des Wellenreitens in Europa. Ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, dass vor allem die Küste zwischen La Rochelle und Biarritz an der spanischen Grenze unverdeckt durch die englischen Inseln so ziemlich jeden Swell abbekommt, der sich im Nordatlantik zusammenbraut. Und das sind nicht wenige.

Hinzu kommt, dass es in Frankreich auch im Sommer eine hohe Wellensicherheit gibt, wenn auch September und Oktober als die beste Zeit gelten.

Ein wichtiges Thema in Frankreich sind die Gezeiten und der grosse Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut, der besonders in Norden so extrem ist, dass die Surfspots nur über kurze Zeit funktionieren. Aber auch im Süden ist oft gezeitenbedingt zweimal am Tag für ein paar Stunden Pause.

Zwischen Gironde Mündung und Biarritz
Mit gut 250 Kilometern Länge ist dies der längste Strand Europas, unterbrochen nur durch die Bucht von Arcachon. Hier reiht sich ein Surfspot an den anderen. Wer nach Frankreich zum Wellenreiten geht, landet in der Regel hier in einem der relativ weit auseinander liegenden Orte. Südlich von Biarritz wird die Küste steiler und felsig und ist damit eher etwas für erfahrene Surfer.

Hossegor
Dieser kleine Ort etwa 40 km nördlich gilt als das Zentrum der europäischen Surfszene. Auf Grund der Beschaffenheit des Meeresbodens brechen hier die Wellen besonders hoch und nah am Ufer. Hier haben praktisch alle Surffirmen ihre europäischen Niederlassungen. Dazu gibt es grosse Flagship-Stores, ein Gelände für Farbrikverkäufe und den zweimal jährlich stattfindenden Surfflohmarkt.Und natürlich zahlreiche Surfer Bars und Surfshops.

 

Spanien - Festland

 

Spanien hat zwei Küsten am Atlantik: Nordspanien zwischen Frankreich und Portugal sowie Andalusiens Südküste zwischen Gibraltar und Portugal. Beide sind erst in den letzten Jahren fürs Wellenreiten wirklich entdeckt worden und zeigen welches Potential in Europa (noch) steckt.

Nordspanien
Nordspanien bietet alles was das Surfer-Herz begehrt: Viel Swell, eine abwechslungsreiche Küstenlinie mit vielen Möglichkeiten auf Swell- und Windrichtungen zu reagieren und alle Arten von Spots vom Riff, über Flussmündungen bis zu zu klassischen Beachbreaks.

Das spanische Baskenland ist surfmässig am besten erschlossen und mit den grossen Städten San Sebastian und Bilbao auch selten leer im LineUp. Es gibt viele recht anspruchsvolle Surfspots die auch bei grossen Wellen noch halten, allen voran die legendäre Flussmündung von Mundaka die als eine der besten linken Wellen der Welt gilt und an der einmal im Jahr der Surfzirkus der ASP World Tour - der Weltmeisterschaft im Wellenreiten - halt macht.

Kantabrien, rund um Santander, glänzt mit zahlreichen Buchten und schönen Beachbreaks die vor allem im Sommer gut laufen. Zudem sind die Lineups in Kantabrien schon deutlich leerer als im benachbarten Baskenland.

In Asturien wird die Küste wieder felsiger und damit anspruchsvoller fürs Wellenreiten. Dazwischen finden sich aber gute und variantenreiche Beachbreaks beispielsweise rund um Tapia, das auch eine bekannte Contest-Site ist.

Galicien mit seiner wild zerklüfteten Küstenlinie und Ausrichtung nach Nord und West bietet eine Unmenge von Surfspots, die je nach Wind- und Wellenrichtungen laufen. Gute Ortskenntnis ist hilfreich. Ebenso ein dicker Neoprenanzug auch im Sommer, das die Meeresströumgen hier für erstaunlich kaltes Wasser sorgen.

Andalusien / Costa de la Luz
Andalusiens südliche Atlantikküste - die Costa de la Luz - speziell zwischen Conil de la Frontera und Tarifa ist das ein aufstrebendes Winterziel für die europäischen Wellenreiter. Das kleine Dörfchen El Palmar nahe Conil hat sich dabei als Treffpunkt der Wellenreitszene entwickelt.

Mittelmeerküste
Die vorherrschende Wind- und damit Wellenrichtung in Europa ist von Westen und damit finden sich an der ostwärts blickenden Mittelmeerküste Spaniens relativ selten gute Wellen. Dies ändert sich in den seltenen Fällen wenn der Wind auf Süd oder Ost dreht. Genrell sind die Sommer weitgehend flach und Wellen gibt es eher in den Wintermonaten.

Zu den besseren Spots gehören die Strände bei Barcelona (die naturgemäß nicht gerade leer sind) und die Insel Menorca und - mit etwas Abstand - aber mehr Surfern und Surfspots die bekannte Nachbarinsel Mallorca.

 

Spanien - Kanarische Inseln

 

Die Kanaren werden nicht umsonst als das Hawaii Europas bezeichnet. Relativ isoliert im Meer gelegen und mit vulkanischem Ursprung stehen sie nahezu jedem Swell im Nordatlanik im Wege und das ziemlich abrupt. Die beste Zeit zum Wellenreiten auf den Kanaren ist das Winterhalbjahr. Die meisten guten Spots liegen im Nordwesten der Inseln oft ergänzt durch weitere Spots im Süden, wenn der Swell aus tropischen Gegenden kommt.

Fuerteventura mit seiner legendären Nordküste bei Corralejo und Lanzarote mit der Famara Bucht und La Santa sind die beiden bekanntesten Ziele fürs Surfen auf den Kanaren. Aber immer mehr spricht sich herrum, dass speziell Gran Canaria und Teneriffa mit ebenfalls exzellenten Bedingungen und einer lebhaften Surfkultur aufwarten können.

 

Portugal

In Bezug aufs Wellenreiten ist Portugal das Kalifornien Europas. Das Land besteht praktisch nur aus Küste. Knappe 1.800 Kilometer davon um genau zu sein und das in allen Variationen vom anfängerfreundlichen Beachbreak bis zu harten Riffs. Gute Wellen sind das ganze Jahr über zu haben, wobei es an der Algarve im Sommer schon mal längere Zeit flach seien kann. Einziger Wermutstropfen in Portugal sind die kühlen Wassertemperaturen.

Peniche
Etwa 80 km nördlich von Lissabon liegt Peniche fürs Wellenreiten ideal auf einer Halbinsel mit Spots nach allen Seiten. In ein paar Kilometern Entfernung findet sich da immer ein Spot der läuft. Und wenn ein Spot "Supertubos" heisst, kann man sich ausrechnen was da abgeht.

Ericeira

"Ericeira was and is the Mecca of Portugese Surfing" schreibt der Stormider Guide. Um das malerische Örtchen reihen sich auf 20 km Weltklasse Spots von Beachbreaks über Riffe und Points. Und das nur eine gute Autostunde von Lissabon entfernt.

Algarve
Geografisch nicht ganz korrekt, verstehen die Surfer darunter die westliche Küste südlich von Sines und dann um das Kap herum bis etwa Lagos, was sich im wesentlichen mit dem Gebiet des Nationalparks deckt. Wegen der Ausrichtung nach Westen und Süden gilt die Algrave als sehr wellensicher und ist selbst noch im Winter relativ warm. Allerdings sind die Surfspots oft nur nach längeren und meist recht staubigen Fahrten zu erreichen.

 

Marokko

Marokko gilt als das klassische Winterziel der europäischen Wellenreiter und gehört mit in diese Liste obwohl es natürlich in Afrika liegt. Durch die grössere Entfernung zu den winterlichen Tiefs kommen die Wellen in Marokko meist sauberer als in Europa an. Zudem begünstigt die Küstenlinie rechte Pointbreaks, die in Europa eher selten zu finden sind. Billiges Leben und viel Sonne hat der Attraktivität Marokkos auch nicht wirklich geschadet. Gute Wellen gibt es vor allem im Winter.

Taghazoute
Das kleine Städtchen wenige Kilometer nördlich von Agadir ist das Zentrum des Wellenreitens in Marokko. Gute zehn legendäre Wellen finden sich direkt aneinander gereiht entlang der Küste. Die Tausend-und-eine-Nacht-Stimmung verschafft dem Surfen dort seinen speziellen Reiz.

 

Italien

Wenn es um Wellenreiten im Mittelmeer geht, ist Italien die beste Region. Zum Surfurlaub nach Italien zu fahren ist ein bißchen kühn oder verlangt wirklich gute Wetterkenntnisse aber in Italien zu sein und kein Surfboard dabei zu haben bereut man schnell.

Die Wellen in Italien entstehen vorwiegend durch den Mistral, der in Frankreich das Rhône-Tal hinunterbläst und dann Wellen nach Italien herüberschiebt. Ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt, dass dieser vor allem die Westküste Sardiniens und die Toskana mit Swell versorgt. Die zweite, seltenere Wellenquelle ist der Scirocco, ein heisser Südwind aus Afrika, der vor allem den südlicheren Teils Italiens mit Wellen versorgt.

Der Sommer sieht relativ wenig Wellen, wie jeder Italienurlauber bezeugen kann. Die besten Zeiten sind Herbst und Frühjahr wenn es im Wasser immer noch angenehm warm seien kann.

Varazze bis Levanto
Die Küste rund um Genua gilt als Big Wave Area in Italien, hat vor allem anspruchsvolle Reefbreaks und wird von lokalen Surfern gut verteidigt.

Viareggio
Die Strandbäder rund um Viareggio gelten als die Wiege des Wellenreitens in Italien. Lange Strände und Beachbreaks bieten Platz für alle. Ideal auch für Anfänger.

Sardinien
Sardinien ist ohne Zweifel die Nr.1 Destination zum Wellenreiten im Mittelmeer. Relativ isoliert im Mittelmeer gelegen, bekommt Sardinien von allen Seiten Wellen ab, Die wichtigsten Surfspots sind die Sinis Halbinsel im Westen nördlich von Oristano, sowie Alghero und die Gegend um Chia im Süden.

 

England

Schlechtes Wetter kann dem Briten ja bekanntlich nichts anhaben und so ist England eine der stärksten Surf-Nationen in Europa. Gesurft kann das ganze Jahr rund um die Insel herum wobei der Channel und das Meer zwischen Irland und Englang naturgemäss eher wenig Wellen haben.,

Newquay
Das Surferstädtchen Newquay und die umliegenden Spots in North Cornwall und Nort Devon gelten als Zentrum des Wellenreitens in England.Wunderschöne Landschaft, relativ warmes Meer und gute Swells machen einen Abstecher zum Muss wenn man in der Gegend ist.

 

Flusswellen und künstliche Wellen (Flowrider)

Nicht Weltklasse aber, hey, man kann hier auch surfen:

München Eisbach/Floßlände

Direkt in München's Innenstadt am Haus der Kunst läuft der Eisbach (der nicht umsonst so heisst) in einer perfekten stehenden Welle. Und wer denkt, dass das Kinderfasching ist, hat sich getäuscht. Selbst Profi-Surfer haben hier Schwierigkeiten eine saubere Welle zu stehen. Ein paar Kilometer südlich am Campingplatz Thalkirchen wartet die etwas mildere Welle an der Flosslände.

Flowrider

Eigentlich nicht wirklich wie Wellenreiten weil man auf kurzen,weichen und finnenlosen Bretter auf einem dünnen Wasserfilm surft, der über einen wellenförmigen Grund geschossen wird. Macht aber auch eine Menge Spass. Flowriders gibt es beispielsweise in:

Deutschland: Alpamare in Bad Tölz / Gezeitenland auf Borkum
Holland: Dutch Water Dreams in Zoetermeer / Center Parcs in De Eemhof
Italien: Zambrone / Hotel Diamante in Alessandria

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